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Das Projekt

"Projekt offener Proberaum"

 

Ganz zu Anfang: die Idee ist nicht neu. Öffentliche Proberäume sind uns vor allem aus Skandinavien bekannt. Aber auch in Deutschland gibt es bereits solche Projekte.
Diese Idee aufzugreifen, ergab sich für mich und meine Kollegin Mirjam Riemer aus den Erkenntnissen unserer Arbeit im Projekt "breakout" – mobile Jugendarbeit im Landkreis Löbau / Zittau und unseren ganz persönlichen Möglichkeiten und Kompetenzen.

Das Thema Musik besitzt bei Jugendlichen im Allgemeinen einen hohen Stellenwert. Auch wir kommen in der Arbeit mit Jugendlichen auf der Straße oder in Jugendclubs sehr oft über das Thema Musik mit ihnen ins Gespräch. Sicher, es gibt junge Leute, die fahren ihre 0-Bock Schiene und geben vor, nichts anderes als abhängen zu wollen. Aber für die Mehrzahl von ihnen gehört das Treffen an öffentlichen Plätzen zwar dazu, ist aber bei weitem nicht alles. Viele von ihnen gehen aktiv verschiedenen Interessen nach oder sind auf der Suche nach solchen.

Außer der immer wiederkehrenden und aus unserer Sicht nicht zu unrecht geäußerten Kritik, es gibt zu wenige Möglichkeiten und Angebote für Jugendliche, signalisierten doch eine Menge von ihnen unter anderem ein starkes Interesse, selbst Musik zu machen. Allerdings fehlt es meist an den entsprechenden Möglichkeiten, d.h. weder Geld für Instrumente, geschweige denn Unterricht, noch einen geeigneten Raum, der für diese Zwecke genutzt werden könnte.

Das Aufgreifen der Idee eines öffentlichen Proberaumes, erweitert um eine pädagogische und musikalisch fachliche Begleitung, ergab sich durch folgende Überlegungen:

 

  1. wir erkennen das Interesse an Musik und selbst zu musizieren als Ressource junger Menschen an
  2. wir sehen die Möglichkeit anhand eines solchen Projektes vielerlei Kompetenzen der Jugendlichen sowohl auf sozialer als auch fachlich/handwerklicher Ebene zu stärken und/oder zu entwickeln
  3. wir sehen die Möglichkeit, mit Hilfe eines solchen Projektes einen intensiveren, vertrauensvolleren Zugang zu Jugendlichen zu finden und damit stärker, als beim bloßen Besuch an öffentlichen Treffpunkten, als Ansprechpartner bei verschiedensten individuellen Problemlagen akzeptiert und anerkannt zu werden
  4. wir verfügen persönlich über geeignete musikalisch/fachliche und pädagogische Kompetenzen, um ein solches Projekt zu initiieren und durchzuführen
  5. wir glauben potentielle Partner zur Finanzierung und Durchführung des Vorhabens finden zu können


Unser erster Ansprechpartner war die Crew des Jugendcafés "Emil" in Zittau. Hier rannten wir mit unserer Idee offene Türen ein und beschlossen, das Projekt in enger Kooperation durchzuführen.  Das Jugendcafé "Emil" wurde als Standort für das Projekt gewählt, da sowohl räumliche Kapazitäten vorhanden waren als auch der Projektinhalt zur inhaltlichen Arbeit des Hauses passt.

Um das Projekt auf ein festes Fundament zu stellen und auch um Fördergelder akquirieren zu können, wurde eine entsprechende Konzeption erarbeitet. Parallel dazu richteten uns fleißige Emil – Mitarbeiter den vorgesehenen Raum vor und halfen bei anderen organisatorischen Dingen.

Auf unserer "Projektwerbetour" konnten wir eine Reihe von Förderern und Sponsoren, die wir an anderer Stelle extra aufführen wollen, von unserer Projektidee überzeugen, sodass wir schließlich die notwendigen Mittel zur Ausstattung des Proberaumes mit entsprechenden Instrumenten zur Verfügung hatten.

Schließlich fand die offizielle Eröffnung mit Scheckübergabe am 25.08.2008 im Jugendcafé "Emil" statt.
Eigentlich hätte es jetzt losgehen können, aber verschiedene widrige Umstände ließen den Start noch eine ganze Zeit herauszögern. Im November waren dann schließlich alle aufgetretenen Probleme gelöst, und das "Projekt Offener Proberaum" nahm Anfang Dezember 2008 endlich seine Arbeit auf.

Zum Schluss noch einmal ein großes Dankeschön allen Sponsoren und aktiven Helfern der Emil-Crew, die unsere Idee unterstützt und das Projekt haben möglich werden lassen. Ein extra Dankeschön geht an Uwe Andrä, alias Upsi, der sich bereit erklärt hat, mit mir gemeinsam das Projekt anzuleiten.

 

Vielen Dank,


Rocco Zoschke
(mobile Jugendarbeit im LK Löbau – Zittau, BBZ Bautzen e.V.)

 

 

 

 

 

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